PROMs

Patient Reported Outcome Measures (PROMs)

Wie erfolgreich ist die Behandlung aus Sicht unserer Patientinnen und Patienten?

Patient Reported Outcome Measures (PROMs) helfen uns, die individuell wahrgenommene Behandlungsqualität systematisch zu erfassen und zu verbessern. Die digitalen Fragebogensets messen den allgemeinen Gesundheitszustand sowie krankheitsspezifische Aspekte – standardisiert und über längere Zeiträume hinweg.

Die Ergebnisse stehen Ärztinnen, Ärzten, Pflegenden und Therapeuten in Echtzeit zur Verfügung und ermöglichen eine rasche, patientenzentrierte Reaktion. Auch im Sinne von «Value Based Healthcare» schaffen PROMs Mehrwert – sowohl für einzelne Patientinnen und Patienten als auch für Patientengruppen, etwa beim Vergleich von Behandlungsansätzen.

 

Durch die Integration von PROMs und anderen Qualitätskennzahlen wird die Vergütung in Pilotprojekten erstmals auch an der Behandlungsqualität ausgerichtet sein – nicht wie bisher nur an der Zahl durchgeführter Behandlungen. PROMs sind dabei ein zentrales Instrument zur Bewertung von Behandlungserfolgen und zur frühzeitigen Erkennung von Verschlechterungen im Gesundheitszustand.

Weitere Informationen zur Implementierung und Nutzung von PROMs finden Sie hier:

Behandlungserfolg nach brustchirurgischen Eingriffen aus Sicht der Patientinnen und Patienten

Das Brustzentrum des USB betreut Patientinnen mit Brustkrebs umfassend und interdisziplinär. Abhängig von der individuellen Situation kommen unterschiedliche chirurgische Behandlungskonzepte zum Einsatz. Dazu gehören die brusterhaltende Therapie, die Mastektomie sowie – falls angezeigt – die Brustrekonstruktion. Ziel aller Behandlungen ist es, neben der medizinischen Sicherheit auch das körperliche und seelische Wohlbefinden der Patientinnen bestmöglich zu berücksichtigen.

 

Zur Beurteilung der Behandlungsergebnisse mittels PROMs werden standardisierte Fragebögen des EORTC, namentlich der QLQ-C30 und der QLQ-BR23, eingesetzt, welche die gesundheitsbezogene Lebensqualität, Funktionsfähigkeit sowie behandlungsbedingte Symptome erfassen. Ergänzend kommt der BREAST-Q zum Einsatz, der die Zufriedenheit der Patientinnen nach brustchirurgischen Eingriffen abbildet und insbesondere Aspekte wie Aussehen der Brust, Körperbild sowie psychosoziales und körperliches Wohlbefinden berücksichtigt. Seit 2020 werden auffällige Ergebnisse oder Rückfragen durch spezialisierte Breast Care Nurses telefonisch mit den Patientinnen besprochen. 

 

Der BREAST-Q-Score „Zufriedenheit mit der Brust“ erfasst die subjektive Zufriedenheit der Patientinnen mit dem Aussehen und dem Gefühl der Brust nach einem brustchirurgischen Eingriff. Die Fragen beziehen sich unter anderem auf Form, Größe, Symmetrie, Natürlichkeit der Brust sowie das persönliche Körpergefühl im Alltag. Eine Veränderung von 4 Punkten gilt in diesem Score gemäß einer publizierten Studie als klinisch relevante Verbesserung. In der Auswertung berichteten 60 % der Patientinnen ein Jahr nach der Behandlung über eine Verbesserung der Zufriedenheit mit der Brust. Bei 90 % dieser Patientinnen überschritt die Veränderung diese Schwelle und war damit klinisch relevant.

Grafik Proms Brustzentrum 2025

Behandlungserfolg bei chronischen Hauterkrankungen aus Sicht der Patientinnen und Patienten

In der Dermatologie des USB werden Patient Reported Outcome Measures seit Januar 2023 systematisch erhoben. Seither konnten bereits rund 230 Patientinnen und Patienten in die Verlaufsmessungen eingeschlossen werden. Ziel der Erhebungen ist es, die Auswirkungen chronischer Hauterkrankungen auf Lebensqualität und Alltag aus Sicht der Betroffenen besser zu erfassen und den Behandlungserfolg patientenzentriert zu beurteilen.

 

Zur Erfassung der patientenberichteten Ergebnisse wird unter anderem der Neuroderm-Fragebogen eingesetzt. Dieser erfasst die subjektive Belastung durch die Erkrankung und umfasst insbesondere Fragen zu Juckreiz, Schlafqualität, emotionaler Belastung, sozialem Wohlbefinden sowie Einschränkungen im Alltag. Bestandteil des Fragebogens ist zudem der Numerical Rating Scale (NRS) Score für den Juckreiz, mit dem die Patientinnen und Patienten die Stärke ihres Juckreizes auf einer numerischen Skala von 0 („kein Jucken“) bis 10 („schlimmstes vorstellbares Jucken“) selbst bewerten. Dabei werden unterschiedliche Ausprägungen des Juckreizes erfasst, darunter der durchschnittliche sowie der stärkste Juckreiz innerhalb der letzten 24 Stunden beziehungsweise der letzten 4 Wochen. Für den Neuroderm-NRS-Score gilt gemäß einer publizierten Studie eine Veränderung von 4 Punkten als Schwelle für eine klinisch relevante Verbesserung. 

 

Für die vorliegende Auswertung wurde der durchschnittliche Juckreiz der letzten 4 Wochen zu Behandlungsbeginn sowie nach 16 Wochen Therapie analysiert. Nach 16 Wochen Behandlung berichteten 80 % der Patientinnen und Patienten über eine Verbesserung ihrer Beschwerden. Bei rund 70 % dieser Patientinnen und Patienten überschritt die Veränderung diese Schwelle und war damit klinisch relevant. Dies deutet darauf hin, dass die Behandlung bei einem Großteil der Betroffenen zu einer im Alltag spürbaren Entlastung führt.

 

 Grafik Proms Dermatologie 2025