Pflegeinitiative: Kick-off für die Ausbildungsoffensive am USB
Die nationale Pflegeinitiative bringt eine grosse Chance für das Universitätsspital Basel: Mit neuen Fördermitteln kann das Spital seine pflegerischen Ausbildungen gezielt weiterentwickeln und den Berufsnachwuchs unterstützen.
Katia Schilder, Leiterin Aus- und Weiterbildung
«Wir legen den Grundstein für etwas Neues – gleichzeitig entwickeln wir Bestehendes weiter.»
Ein Projekt mit klarer Stossrichtung
Nicht nur eine grosse, sondern sogar eine einmalige Chance ist das fürs USB: So beurteilt Katja Schilder, Leiterin Aus- und Weiterbildung, die politischen Massnahmen zur Stärkung des Pflegeberufs: «Unter den jetzigen Voraussetzungen können wir die Rahmenbedingungen für die betriebliche Ausbildung aktiv weiterentwickeln und verbessern.»
Seit Juli 2024 läuft die erste Umsetzungsphase der vom Schweizer Stimmvolk angenommenen Pflegeinitiative. Die Initiative sieht eine auf acht Jahre befristete Ausbildungsoffensive vor, die insbesondere die praktische Ausbildung in den Betrieben mit Geldern von Bund und Kantonen fördert. Dies ist ein wichtiger Hebel für Berufe wie Fachfrau/Fachmann Gesundheit sowie diplomierte Pflegefachpersonen.
Das USB nutzt diese Fördergelder für ein umfassendes Entwicklungsprojekt, das die Qualität und Attraktivität der Pflegeausbildungen weiter erhöht. Im Zentrum stehen einerseits die Auszubildenden, anderseits aber auch die Berufsbildenden: Die Rolle Letzterer ist zentral, denn sie begleiten junge Menschen in ihren ersten beruflichen Schritten, stärken deren Kompetenzen und schaffen die Basis für eine erfolgreiche Laufbahn. Damit tragen sie wesentlich dazu bei, die Pflegeoffensive auf ein solides Fundament zu stellen.
Vier Teilprojekte für die Zukunft der Pflege
Teams aus Berufsbildung, Pflegepraxis, Führung und Direktion Personal arbeiten, unter der Leitung der Abteilung Aus- und Weiterbildung, in vier Teilbereichen zusammen. Drei davon befassen sich mit der Weiterentwicklung des betrieblichen Curriculums (Lernkultur weiterentwickeln, Integration innovativer Lernformen, Transfer von Theorie in Praxis), der Qualifizierung von Berufsbildnerinnen und Berufsbildnern (innovatives, praxisnahes Weiterbildungsangebot) sowie mit Zukunftsperspektiven für Auszubildende (Konzept zur Laufbahnberatung/Karriereplanung für Auszubildende in der Pflege). Ein weiteres Teilprojekt zum Thema Betriebliches Gesundheitsmanagement entsteht in Kooperation mit der Fachhochschule Nordwestschweiz und untersucht im Rahmen eines Forschungsprojekts die mentale Gesundheit in der Berufsbildung, um gezielte Unterstützungsangebote sowie Handlungsempfehlungen abzuleiten.
«Mit diesen vier Initiativen wollen wir einen spürbaren Mehrwert in der Ausbildung und vor allem in der Entwicklung der künftigen Berufsleute in der Pflege schaffen», so Katja Schilder weiter. «Wichtig ist, dass alle Teilprojekte gut ineinandergreifen, da sie inhaltlich eng miteinander verbunden sind.»
Blick nach vorne
Bis Ende 2026 werden erste Programme, Empfehlungen und Instrumente entwickelt. Ab 2027 folgt die Umsetzung – mit dem Ziel, die Ausbildungsqualität weiter zu steigern, Perspektiven zu schaffen und den Berufsnachwuchs in der Pflege langfristig zu sichern. Die Motivation bei den Involvierten ist gross, meint Katja Schilder: «Es herrscht Aufbruchsstimmung – besonders bei den Mitgliedern der verschiedenen Teilprojektgruppen. Die Beteiligten sehen die Chance, die sich hier eröffnet: Wir können den Grundstein für etwas Neues legen und gleichzeitig auch Bestehendes weiterentwickeln.»