Frauenherzen ticken anders – geschlechterspezifische Herzmedizin im Fokus

Frauenherzen unterscheiden sich von Männerherzen: Sie sind kleiner, schlagen schneller und verfügen über feinere Blutgefässe. Diese Unterschiede führen dazu, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen häufig anders verlaufen und deshalb nicht immer frühzeitig erkannt werden. 

2026-05-04, 13:30 Uhr

Bei einem Herzinfarkt stehen klassische Symptome wie starke Brustschmerzen oft nicht im Vordergrund. Stattdessen berichten Frauen häufiger über unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit, Atemnot, Übelkeit oder Schmerzen im Rücken, Kiefer oder Arm. Diese Symptome können leicht fehlinterpretiert werden und verzögern die Diagnose. 

 

Ein zentrales Thema ist die Erkrankung der kleinen Herzgefässe, die bei Frauen häufiger vorkommt. Diese Veränderungen sind in herkömmlichen Untersuchungen oft nicht sichtbar und erfordern spezielle diagnostische Verfahren. Auch Herzinfarkte ohne klassische Gefässverengungen treten bei Frauen vermehrt auf, beispielsweise durch Verkrampfungen der Gefässe oder Störungen der Gefässfunktion. 

 

Am Universitätsspital Basel setzen sich die Kardiologinnen Dr. Emel Kaplan und Prof. Christine Stefanie Meyer-Zürn dafür ein, Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen früher zu erkennen. In einer spezialisierten Sprechstunde werden Patientinnen gezielt abgeklärt, insbesondere wenn Beschwerden bestehen, aber keine eindeutigen Befunde in Standarduntersuchungen vorliegen. 

 

Wichtig ist, Symptome ernst zu nehmen und frühzeitig abklären zu lassen, insbesondere bei Brustschmerzen, Atemnot, Schwindel oder bei bestehenden Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen oder Übergewicht. Auch bestimmte Schwangerschaftskomplikationen können das Risiko erhöhen. 

 

Neben der Diagnostik spielt die Prävention eine zentrale Rolle. Eine ausgewogene Ernährung, regelmässige Bewegung sowie die Kontrolle klassischer Risikofaktoren tragen wesentlich zur Herzgesundheit bei. Auch Stressreduktion ist insbesondere für Frauen ein wichtiger Faktor. 

 

Dieser Beitrag zeigt, wie wichtig eine differenzierte Betrachtung der Herzgesundheit bei Frauen ist, und unterstreicht die Bedeutung einer frühzeitigen, gezielten Abklärung und Behandlung.

Mehr dazu im TV-Beitrag von «gesundheit heute».

Ihr Kontakt

Universitätsspital Basel 
Frauenherzsprechstunde  
Tel. +41 61 556 58 06 
 

Dr. Emel Kaplan 
Oberärztin  
emel.kaplan@usb.ch 

 

Prof. Christine Stefanie Meyer-Zürn 
Oberärztin 
christinestefanie.meyer-zuern@usb.ch