Future Friday: Bühne frei für Visionär*innen

Innovationen sind ein wichtiger Wert, den das USB, das Claraspital und das Bethesdaspital miteinander teilen. Im April fand der bereits 16. Future Friday statt, an dem Mitarbeitende der drei Spitäler sich miteinbringen und die Ideen-Pitchs und die Vorstellung einer eindrücklich umgesetzten Gewinneridee live oder virtuell verfolgen konnten.

2026-05-08, 10:00

Was das Innovationsformat des Future Friday so besonders macht, ist der niederschwellige Zugang: Alle Mitarbeitenden können Ideen einreichen – unabhängig von Funktion, Thema oder Hierarchie. Future Friday fördert unternehmensübergreifend und disziplinenunabhängig aktiv neue Ideen: innovative, zukunftsfähige und nachhaltige Lösungen für Patient*innen, Mitarbeitende und andere Stakeholder können entstehen, indem Mitarbeitenden die Möglichkeit geboten wird, ihre Kreativität einzubringen, gemeinsam zu gestalten und zu sinnstiftenden und visionären Entrepreneur*innen zu werden.

 

Alles beginnt mit einer Idee


Aus allen eingereichten Ideen wählt ein Innovationsboard bis zu drei vielversprechende Projekte aus, die bei einem öffentlichen Pitch präsentiert werden. Im Anschluss erhält das Gewinnerprojekt die goldenen Ampelmann-Trophäe und darüber hinaus während sechs Monaten finanzielle Mittel sowie auf Wunsch konzeptionelle und organisatorische Hilfe bei der Umsetzung der Idee in die Praxis durch das Innovationsmanagement des USB.

Der Future Friday gibt innovativen Ideen eine Bühne

Die goldene Ampelmanntrophäe für «Digital Frailty Sensor»


Am 16. Future Friday durften Dr. Franz Haller, Leitender Arzt Akutgeriatrie Ortho/Trauma, und Prof. Hassina Baraki, Chefärztin für Herzchirurgie, für ihre Innovationsidee «Digital Frailty Sensor» die goldene Ampelmann-Trophäe entgegennehmen.

 

Die Gebrechlichkeit von älteren Menschen (Frailty) zu bestimmen, ist zeitlich aufwändig und benötigt Assessments, für die Fachpersonen zugezogen werden müssen. Die Idee ist ein Screening-Tool in der ambulanten herzchirurgischen Sprechstunde zur Vorbereitung herzchirurgischer Operationen: Das Sprechstundenzimmer wird mit einem Radarsensor ausgestattet, um die Bewegungen des Patienten oder der Patientin zu messen und so zu analysieren, ob die Bewegungsmuster Hinweise auf die Frailty des Patienten bzw. der Patientin geben.

 

Solche Radarsensoren sind bereits zur Sturz- und Dekubitusprophylaxe erfolgreich im Einsatz. Mit der Innovationsidee wird ein neues zeitsparendes und effektives Screeningtool angestrebt, von dem die Patient*innen und das ganze Behandlungsteam profitieren könnten und das auch im ambulanten Bereich und z. B. auch in Hausarztpraxen zum Einsatz kommen könnte. Nun geht es an die Umsetzung der Idee, um die Machbarkeit beim nächsten Future Friday in sechs Monaten zu demonstrieren.

 

Von der Idee zur tragfähigen Lösung: das Innovationsprojekt «Smart Visit»

 

Wie immer beim Future Friday galt es auch diese Mal wieder für das Siegerteam des letzten Future Fridays unter Beweis zu stellen, dass sie in der 6-monatigen und vom USB Innovationsmanagement begleiteten und unterstützten Pilotphase aus ihrer Innovationsidee eine machbare Lösung entwickelt hatten.

 

Prof. Qian Zhou, Leitende Ärztin Innere Medizin, und ihr Projektteam stellten die Umsetzung ihres Innovationsprojekt «Smart Visit» vor: Die Dokumentation von Patientengesprächen und Visiten gehört zum zentralen Bestandteil der medizinischen Arbeit im klinischen Alltag. Dass Ärzt*innen und Pflegekräfte jedes Gespräch im Anschluss detailliert festhalten müssen, kostet jedoch wertvolle Zeit und geht oft zulasten der direkten Betreuung von Patient*innen.

 

Die KI-gestützte Technologie Ambient Documentation Technology (ADT) bietet über herkömmliche Spracherkennungssoftwares hinaus einen neuen Weg der medizinischen Dokumentation: Wie das Projektteam beim Future Friday live auf der Bühne in einer simulierten Patientenvisite eindrücklich zeigen konnte, zeichnet das ADT-Tool die Gespräche automatisch auf und erstellt daraus unmittelbar strukturierte Notizen, sodass sich die Behandelnden vollständig auf das Gespräch konzentrieren können. Am Ende können die automatisch generierten Notizen noch überprüft und freigegeben werden. Der durch das Projetktteam erarbeitete Proof of Concept konnte bereits in der Klinik für Innere Medizin sehr erfolgreich getestet werden. Weitere Bereiche haben grosses Interesse an der Lösung angemeldet.

Dr. Franz Haller, Leitender Arzt Akutgeriatrie Ortho/Trauma, und Prof. Hassina Baraki, Chefärztin für Herzchirurgie, wurden für ihre Innovationsidee «Digital Frailty Sensor» ausgezeichnet.

Dr. Franz Haller, Leitender Arzt Akutgeriatrie Ortho/Trauma, und Prof. Hassina Baraki, Chefärztin für Herzchirurgie, wurden für ihre Innovationsidee «Digital Frailty Sensor» ausgezeichnet.